Für mich persönlich ist es das erste Jahr, in dem ich teilnehme, da mein üblicher Laufkalender einen Zielmarathon im April vorsieht und der Gedanke, im Mai dreistellige Kilometerzahlen zu laufen, normalerweise nicht allzu weit oben auf meiner Prioritätenliste steht, aber dieses Jahr ist alles anders.
Durch Covid-19 sind wir kurz- und möglicherweise auch mittelfristig von allen Wettkämpfen abgeschnitten. Um in Kontakt zu bleiben, verlassen wir uns auf unsere Laufvereine oder unsere sozialen Netzwerke, da ungewiss ist, wann das Leben wieder so etwas wie Normalität annehmen wird.

Ich würde nicht sagen, dass ich unter psychischen Problemen leide, aber ich bin erwachsen und musste im Laufe meines Lebens mit vielen Dingen umgehen, die mir Höhen und Tiefen beschert haben.
Miles for Mind steht für mich für eine Gemeinschaft, die zusammenkommt und eine Herausforderung gemeinsam bewältigt – egal ob 25 oder bis zu 200 Meilen. Gleichzeitig wird so das Bewusstsein für die Wohltätigkeitsorganisation Mind gestärkt und diese unterstützt. Es motiviert mich, regelmäßig zu laufen, die Laufschuhe zu schnüren und die gelaufenen Meilen und die Medaille zu erreichen. Ich fühle mich produktiv, sehe meine Fortschritte und bin Teil einer Gemeinschaft, die etwas Gutes tut. Und durch meine Anmeldung fließen die Gewinne direkt an die Wohltätigkeitsorganisation und kommen denjenigen zugute, die die Unterstützung am dringendsten benötigen.

Sich aufzuraffen ist nicht immer einfach, und gerade in Zeiten, in denen wir uns oft fragen, warum und was das Ganze soll, gibt mir die „Miles for Mind“-Challenge ein Gefühl von Sinnhaftigkeit. Ich habe Laufziele, die mich durch das ganze Jahr und darüber hinaus begleiten werden, aber die Konzentration auf das Hier und Jetzt wird mir helfen, diese Ziele später zu erreichen.
Solange keine Wettkämpfe feststehen und sich die Zukunftspläne scheinbar täglich ändern und die neuesten Social-Media-Updates unserer Freunde unsere Perspektive noch weiter verwischen, denke ich, dass man nur das kontrollieren kann, was man kontrollieren kann. Für mich bedeutet das, zu essen, zu trinken, mich gut auszuruhen und sicherzustellen, dass ich regelmäßig frische Luft schnappe, gemäß den aktuellen Richtlinien, und darauf hinzuarbeiten, mein Ziel von 150 Meilen für „Miles for Mind“ im Mai zu erreichen.
Es gibt rund 6500 Teilnehmer, aber viel mehr Menschen um uns herum nutzen Sport als Ventil, um den Kopf frei zu bekommen und den Tag zu vergessen oder um Klarheit in einer Situation zu gewinnen. Ich habe oft meine produktivsten (oder auch ziemlich seltsamen) Gedanken beim Laufen. Würde ich das ändern? Auf keinen Fall!
Das Laufen hat mir so viel gegeben, und jede Gelegenheit, etwas zurückzugeben, nutze ich, um anderen zu helfen. Ein paar freundliche Worte können die Sichtweise auf einen Lauf, einen Tag, eine Woche, einen Monat, ein Jahr, ja sogar ein ganzes Leben verändern!
Zeit für eine Laufrunde…