Was bedeutet Laufen für dich? Willst du fitter werden? Willst du überflüssige Pfunde loswerden? Was auch immer der Grund ist, es ist deine ganz persönliche Reise. Ich erinnere mich beim Laufen immer wieder daran, dass es mein persönliches Ziel und mein persönlicher Erfolg ist. Du kannst dich von anderen Läufern inspirieren lassen und andere zum Laufen animieren. Die Inspiration anderer gibt dir den nötigen Anstoß und die Motivation, die Laufschuhe anzuziehen.
Wir alle kennen diese Tage, an denen wir einfach keine Lust haben, Energie und Motivation im Weg sind. Was ich beim Laufen gelernt habe: Hör auf deinen Körper! Es spielt keine Rolle, ob du vier Läufe pro Woche eingeplant hast. Das lässt sich ändern. Du kannst dir einen wohlverdienten Ruhetag gönnen. Tatsächlich steigert ein Ruhetag sogar deine Leistungsfähigkeit, indem er den Körper regeneriert und optimales Laufpotenzial für zukünftige Läufe schafft.

Warum laufe ich eigentlich? Nun, ich habe 2014 damit angefangen, als mich eine Freundin zu einem „Color Me Rad“-Lauf in Philadelphia eingeladen hat. Schnell merkte ich, dass ich immer mehr Kilometer laufen und mich für weitere Läufe anmelden wollte. Ich genieße den Adrenalinrausch, wenn ich an den Menschenmassen vorbeilaufe. Die Kinder mit ihren Bannern und Süßigkeiten. Die Tränen, wenn ein Fremder meinen Namen ruft (ja, Tränen!). Das unglaubliche Erfolgserlebnis nach jedem Lauf. Und wenn ich dann eine persönliche Bestzeit laufe, verschmelzen Tränen und Begeisterung zu einem einzigen Moment. Die vielen Trainingsstunden, sowohl beim Laufen als auch im Fitnessstudio, haben sich gelohnt. An manchen Tagen wollte ich mich am liebsten verkriechen und Netflix schauen. Dann denke ich mir: „Ich hab’s geschafft!“
Das Laufen gibt mir Zeit, über mein persönliches und berufliches Leben nachzudenken.
Das Leben stellt uns alle vor Herausforderungen. Manche berühren uns tief, andere lassen sich leicht überwinden. 2019 hatte ich eine schwere Zeit, die mich sehr belastete. Laufen und Fitnessstudio waren für mich ein großer Trost und eine willkommene Ablenkung. Dadurch konnte ich mein Leben weiterführen und mich auf die Zukunft konzentrieren. Mitte 2019 kam dann das größte Geschenk in unsere Familie: ein kleiner Junge. Mein Neffe, der in einer schwierigen Zeit geboren wurde, aber diese in einen wunderschönen Regenbogen verwandelte. Am Tag vor seiner Geburt lief ich eine persönliche Bestzeit, und weil ich wusste, dass er bald da sein würde, gab er mir die mentale Kraft bis zum Schluss. Einer meiner schönsten Laufmomente war der Halbmarathon in Aberdeen, bei dem meine Nichte ganz am Ende auf mich wartete. Das war einfach magisch! (Und sie war als Disney-Prinzessin verkleidet.)
Beruflich ist der Pflegeberuf sowohl körperlich als auch emotional herausfordernd. Besonders in dieser Zeit, in der sich täglich etwas ändert und die Ungewissheit wächst. Wir müssen uns schnell anpassen, und das kann mit der Zeit zu viel werden. Laufen hilft mir, mich wieder zu konzentrieren und die Belastungen der vorherigen Schicht hinter mir zu lassen. Wenn ich vor einer Schicht Zeit zum Laufen hätte, würde ich es tun, aber ich schlafe lieber. Ich kann gar nicht genug betonen, wie gut Laufen meiner mentalen Gesundheit tut. Ich gönne mir einmal pro Woche eine Pause vom Fitnessstudio oder Laufen. Wenn ich Nachtschicht habe, ist das nicht immer möglich, weil ich ehrlich gesagt körperlich nicht die nötige Energie dafür habe. Zwischen den Nächten mache ich meistens Pilates oder Yoga zu Hause. Ich bin ein optimistischer Mensch, daher mag ich schlechte Laune gar nicht.
2017 flog ich in die USA, mietete mir in New Orleans ein Auto und fuhr zehn Tage lang allein nach Chicago. Jeden Tag lief ich einen 10-Kilometer-Lauf an einem anderen Ort und sammelte dabei Spenden für die lokale Kinderhilfsorganisation Charlie House. Dieses Jahr hätte ich eigentlich den Chicago-Marathon für sie laufen sollen, aber das wird erst nächstes Jahr der Fall sein. 2018 nahm ich an einem Trailrun in British Columbia, Kanada, teil. Die Hitze war unerträglich, aber das Erlebnis atemberaubend.
Ich bin schon zahlreiche 5-km-, 10-km- und Halbmarathonläufe gelaufen. Ein Ultralauf? Nun ja, vielleicht eines Tages.

In diesen unsicheren Zeiten werde ich einfach weiterlaufen, andere zum Laufen animieren und andere Läufer unterstützen. Gemeinsames Laufen (mit Abstand) kann beiden guttun. Der andere ist motivierter, und man selbst findet das Tempo, das der Körper braucht. Beim Laufen geht es nicht immer nur um Geschwindigkeit. Freude am Laufen zu finden und diese Freude mit anderen zu teilen, ist eine wertvolle Fähigkeit. Wir müssen aufeinander achten, uns gegenseitig unterstützen und aneinander glauben – als Einzelpersonen und als Läufer. Generell ist körperliche Aktivität der Schlüssel zu einem gesunden Geist und körperlicher Leistungsfähigkeit.
