Rund 550.000 Menschen in Deutschland ernähren sich vegan und verzichten gänzlich auf tierische Produkte (also kein Fleisch, Fisch, Milchprodukte oder Honig). Das sind dreieinhalb Mal so viele wie noch 2006. Ist die Zeit des Veganismus angebrochen?! Aus ethischen Gründen war ich lange Vegetarierin, bevor ich Veganerin wurde. Schließlich folgte ich meinen Überzeugungen und verzichtete fortan auf alles Tierische.
Was bedeutet eine vegane Ernährung also für Sportler und aktive Amateure? Können Veganer genauso schnell, genauso kraftvoll und genauso weit laufen und Rad fahren wie alle anderen? Ein Hinweis darauf findet sich bei professionellen Sportlern, die sich vegan ernähren. Dazu gehören Jermaine Defoe, David Haye, Scott Jurek, Carl Lewis sowie Serena und Venus Williams. Wenn sie es also schaffen, können wir Normalsterblichen das dann auch?

Ich bin keine Ernährungswissenschaftlerin, aber ich habe viel gelesen, gehört und Ratschläge befolgt, um herauszufinden, was für mich am besten funktioniert. Die Grundlage einer guten veganen Ernährung bilden Getreide, Kartoffeln, Obst, Gemüse, Bohnen und Hülsenfrüchte – mit dem richtigen Verhältnis von Kohlenhydraten, Proteinen und den richtigen Fetten. Wenn du nicht kochen kannst, ist das vielleicht genau der richtige Anlass, es zu lernen! Unten findest du einen Link mit Rezepten für den Anfang.
Eine der Fragen, die viele Veganer beschäftigen, ist die nach ausreichend Proteinquellen – gerade für Sportler ist das besonders wichtig. Keine Sorge, es gibt viele vollwertige pflanzliche Proteinquellen. Ich selbst esse gerne Sojamilch, grüne Erbsen, Spinat, Brokkoli, Linsen, Kichererbsen, Tofu, Quinoa, Kürbiskerne oder Chiasamen. Am Anfang kann es hilfreich sein, grob zu dokumentieren, was man isst, um sicherzustellen, dass man alle benötigten Nährstoffe zu sich nimmt (ich nutze dafür gerne die kostenlose App MyFitnessPal).
Frühstück ist bekanntlich die wichtigste Mahlzeit des Tages. Ich mag angereicherte Frühstücksflocken mit Sojamilch. Diese enthalten Vitamin B12, das wichtig für die Regeneration nach dem Training, die Nervenfunktion und die Bildung sauerstofftransportierender roter Blutkörperchen ist. Porridge ist immer eine gute Wahl, besonders mit frischen Beeren. Ich habe ein tolles Rezept für knuspriges Granola rezensiert. Vorsicht bei gekauften Smoothies, die oft viel Zucker enthalten – selbstgemacht ist am besten.

Wer sehr aktiv ist, weiß, wie wichtig Erholung ist. Neben ausreichend Schlaf kann auch eine vegane Ernährung hilfreich sein – Obst, Süßkartoffeln, Linsen, Mandeln und Spinat sind allesamt empfehlenswert.
Kleine, häufige Snacks sind für mich der Schlüssel, ich esse sowieso gerne zwischendurch. Wenn du weißt, dass du viel unterwegs bist, bereite am besten vegane Snacks zum Mitnehmen vor. Es kann an manchen Orten schwierig sein, etwas zu essen zu finden, und richtiges Essen ist meistens sowieso die beste Wahl. Nüsse und Studentenfutter sind gut, Reiswaffeln mit Erdnussbutter auch, aber achte bei Fertigsnacks immer auf die Zutaten und Nährwerte – ich bin ein Fan von Go Bites Energiebällchen, die komplett aus natürlichen Zutaten bestehen. Viele Sandwichläden in der Innenstadt bieten mittlerweile vegane Optionen an – schau mal bei Pret A Manger (die ein großes Lob verdienen, weil sie Vorreiter sind!), The Coop, Caffè Nero und M&S vorbei. Und du musst nicht mal auf Pizza verzichten! Pizza Express, Pizza Hut und Firezza, ihr könnt einpacken!

Ich war Vegetarierin zu einer Zeit, als das Leben etwas kompliziert war. Damals habe ich viel vegetarische Lasagne gegessen! Vegan zu leben ist jetzt definitiv einfacher! Aber sei nicht zu streng mit dir selbst – genieße, was du isst, ernähre dich gesund und bleib am Ball!
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Vielen Dank an Harvey für seinen wirklich interessanten Blogbeitrag über das Leben eines Veganers. Ihr könnt Harvey auf Twitter unter twitter.com/harveygallagher folgen.
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Viel Spaß beim Laufen und sei stolz darauf, ein Läufer zu sein!
Teamleiter.