Meine Laufkarriere begann, wie bei vielen anderen auch, mit dem Wunsch, meine Gesundheit zu verbessern. Genauer gesagt, fing alles damit an, dass mir jemand sagte, ich würde dick! Und die Wahrheit ist: Ich war schon als Kind übergewichtig, und auch im Erwachsenenalter kam körperliche Aktivität nie infrage. Doch aufgrund einer familiären Vorbelastung mit gesundheitlichen Problemen und dieser Bemerkung beschloss ich, etwas dagegen zu unternehmen.
Laufen schien mir die sicherste Option. Ich konnte mir Laufschuhe schnappen und alleine loslaufen, wenn niemand da war, der mich auslachen konnte. Um 5 Uhr morgens begann ich auf einem einsamen Stück Gehweg mit der NHS-App „Couch to 5k“ zu trainieren und lernte laufen. Als ich längere Strecken zurücklegte, fuhr ich, wieder so früh wie möglich, zu einem nahegelegenen Naturschutzgebiet mit guten Wegen, um weiter Fortschritte zu machen. Und es fühlte sich wirklich nach Fortschritt an. Jede Woche lief ich weiter, schneller oder beides, und als sich mein Gewicht und meine körperliche Verfassung verbesserten, war ich völlig begeistert. Ich war süchtig nach einer Form von Bewegung!
Die körperlichen Vorteile waren nicht immer linear, der Gewichtsverlust schwankte manchmal, aber in dreieinhalb Jahren habe ich über 50 kg abgenommen, meine fettfreie Muskelmasse erhöht und mich noch nie so stark gefühlt wie jetzt.
Dies war allerdings nur ein kleiner Teil meiner Reise.
Ich wurde in meinen örtlichen Park (Lincoln, Großbritannien) eingeladen und der Empfang, die Gemeinschaft und die Unterstützung waren einfach überwältigend. Ich absolvierte an diesem Tag meinen ersten Parkrun in 50:03 Minuten und fühlte mich großartig, also ging ich in der nächsten Woche wieder hin und in der Woche darauf und ... nun ja, ihr kennt das ja.
Ich wollte mich einer neuen Herausforderung stellen und bin deshalb den Lincoln City 10k für LIVES gelaufen. Es war mein erster Lauf überhaupt, und ich habe dabei Geld für einen guten Zweck gesammelt. Es war ein fantastisches Erlebnis, an das ich mich noch heute sehr gerne zurückerinnere.
Seitdem habe ich an vielen Rennen bis hin zur Marathon-Distanz und einigen interessanten Offroad-Trail-Veranstaltungen teilgenommen.
Ich beschloss, einem Laufverein beizutreten, und da wusste ich, dass es ernst wurde. Die Mitgliedschaft im Verein ermöglicht es mir, mich mit Gleichgesinnten zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam zu Wettkämpfen zu fahren. Außerdem kann ich so meine Leidenschaft fürs Laufen mit anderen teilen. Meine Sporttherapeutin Emma von Lincsinjury.co.uk (ja, ich hatte auf meinem Weg schon ein paar kleinere Verletzungen) lud mich ein, mit ein paar gemeinsamen Freunden über die Gründung eines neuen Laufvereins zu sprechen. Der Verein soll sich auf Kraft- und Konditionstraining konzentrieren, um Menschen aller Leistungsstufen zu helfen, ihre Fitness und ihr Laufvermögen zu verbessern und möglichst verletzungsfrei zu bleiben.
Mit Unterstützung meines Vereins ( lincs-sc-runclub.co.uk ) nahm ich an einem Führungskräftelehrgang im Laufsport bei England Athletics teil, um meine eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und andere besser unterstützen zu können. Außerdem erwarb ich eine Qualifikation der Stufe 3 im Bereich Personal Training. Fitness und Laufen sind zu einem festen Bestandteil meines Lebens geworden.
Das Unerwartete und wirklich Wichtigste war jedoch mein mentales Wohlbefinden und die positive Wirkung des Laufens auf mich. Draußen zu sein hebt meine Stimmung, gibt mir Raum zum Abschalten und hilft mir, mich viel besser zu fühlen. Beim Laufen herrscht eine gewisse Verantwortung, und wenn man mal nicht so schnell läuft wie sonst, fragen wir uns gegenseitig, ob alles in Ordnung ist – etwas, das uns im Alltag oft schwerfällt.
Ich habe auch einige tolle Freunde kennengelernt, die sich wirklich um mich kümmern und die, wenn es mir mal nicht so gut geht, gerne mit mir einen gemütlichen Lauf mit viel Geplauder oder ein intensives Training mit wenig Worten, aber in Gesellschaft absolvieren, wenn mir das gerade guttut. Selbst wenn ich wegen Verletzungen, Ruhepausen oder im Tapering nicht laufe, engagiere ich mich gerne in der Lauf-Community, indem ich ehrenamtlich mitarbeite, Läufe leite und andere Läufer trainiere. Obwohl ich mich immer für körperliches Wohlbefinden, Verletzungsprävention, Krafttraining und Kondition einsetzen werde, liegt meine Leidenschaft und mein neu entdeckter Antrieb darin, mit anderen an ihrer ganzheitlichen Entwicklung zu arbeiten, wozu mentales Wohlbefinden und die richtige Einstellung ein wesentlicher Bestandteil sind.
Als Nächstes steht für mich eine Trainerausbildung sowie eine Weiterbildung im Bereich Kraft- und Konditionstraining an. Ich möchte noch einige Marathons absolvieren und hoffentlich meine Zeiten über alle Distanzen verbessern. Vor allem aber möchte ich einfach weiterlaufen und andere auf ihrem Weg unterstützen.